Exkursion: Sprengel Museum & Kunstverein Hannover
Fotografien der Exkursion
Die folgenden Fotos sind bei der Exkursion nach Hannover in das Sprengel Museum und den Kunstverein Hannover entstanden. Sie geben einen Eindruck über die Vielfalt an Eindrücken, die wir an diesem Tag erfahren haben.
Reflexion der Exkursion
Am 30. Januar unternahmen wir im Rahmen des Kurses "Zeichnen für Anfänger*innen" eine Exkursion nach Hannover, bei der wir sowohl das Sprengel Museum als auch den Kunstverein Hannover besucht haben. Im Sprengel Museum setzten wir uns mit der Ausstellung „NIKI. KUSAMA. MURAKAMI. LOVE YOU FOR INFINITY“ auseinander. Viele der Werke der drei Künstler*innen sind bereits durch pokulturelle Einbettungen wie eine Kollaboration mit Louis Vuitton o.ä. bekannt. Auch die typischen Blumen mit Gesichtern machen einen klaren Wiedererkennungswert aus.
Ein zentraler Bestandteil der Ausstellung waren Werke der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle, insbesondere ihre bekannten „Nanas“. Ihre Verbindung zu Hannover ist bis heute sichtbar, da sich drei dieser Figuren dauerhaft am Leineufer befinden und bei ihrer Aufstellung damals für sehr viel Aufregung sorgten. Das Sprengel Museum konnte im Rahmen der Ausstellung auf einen umfangreichen Bestand ihrer Arbeiten zurückgreifen, was sich auch in Form von begehbaren Nanas spannend widergespiegelt hat.
Die japanische Künstlerin Yayoi Kusama, die einen Teil ihres Lebens in New York verbrachte, ist vor allem für ihre charakteristischen Punkte und Kürbismotive bekannt. Auf einem Kürbis in Chromeoptik direkt am Eingang sind diese beiden Charakteristika direkt zusammengebracht. Ihre Werke zeichnen sich durch repetitive Strukturen und eine starke Wiedererkennbarkeit aus.
Die Arbeiten von Takashi Murakami greifen ebenfalls auf wiederkehrende Motive zurück, etwa die ikonischen lächelnden Blumen. Sein Stil verbindet Elemente der japanischen Tradition mit Einflüssen der Popkultur, wie obig bereits beschrieben. Inhaltlich bewegen sich einige Werke zwischen spielerischer Comic-Ästhetik, sexuellen Anspielungen und gesellschaftskritischen Aussagen.
Im Anschluss haben wir noch den Kunstverein Hannover besucht, bei dem wir uns die Ausstellung „Self-Portrait as a Pregnant Woman“ von Teresa Solar Abboud angeschaut haben. Die Ausstellung zeigt unter anderem große Skulpturen, die manchmal viel, manchmal wenig offensichtliche Bedeutung in sich tragen und aber auch filigrane Zeichnungen. Inhaltlich setzt sich Solar Abboud auf abstrakte Weise mit dem weiblichen Körper sowie Schwangerschaft auseinander.
Besonders interessiert haben mich die folgenden drei Arbeiten: Zum einen der Infinity Room, der auf den Bildern oben zu sehen ist. Dort durfte man mit Schuhüberziehern für einige Sekunden reingehen und die Kugeln und Farben auf sich wirken lassen. Ich finde es spannend, dass dieser Raum von Yayoi Kusama geschaffen wurde, da sie sonst nicht mit den größten Installationen im Vergleich zu den anderen Künstler*innen herausgestochen ist. Die Wirkung der Spiegel und der pulsierenden Kugeln hatten sowohl eine enstpannende als auch eine aufregende Wirkung, da durch die Verbindung dieser darauf geachtet werden musste, wo man langläuft und seine Orientierung nicht verliert.
Auch auf den Fotos zu sehen sind die 108 Pixelgrafiken der typischen Blumen von Murakami. Diese wirken auf den ersten Blick sehr randomisiert, weisen jedoch nach genauerem Hinsehen eine Strukturierte Wirkung auf: Jede Spalte hat die gleichen Augen und jede Zeile den gleichen Mund. Diese Dynamik zeigt sich jedoch erst nach längerer Betrachtung, weshalb dieses Werk ein Beispiel für das Lohnenswerte im langen Betrachten von Kunst ist.
Zuletzt beeindruckten mich die Nanas von Niki, vor allem aufgrund der obig erwähnten Aufruhen zur Zeit deren Aufstellung am Leineufer. Sie wurden in den 70ern unter anderem als "Unförmige Knödel" bezeichnet und heute als "Sinnbild für Feminismus" verstanden werden (Quelle: Umstrittene Kunst: Das sind die Nanas am Hohen Ufer).
Für mich persönlich war dies meine erste Exkursion. Es war zwar schade, dass nicht allzu viele Kursteilnehmende mit dabei waren, jedoch waren wir als überschaubare Gruppe in einem persönlichen und ehrlichen Austausch über Wirkung und Interpretation der betrachteten Werke. Die Anspruchshaltung, nicht alles toll zu finden, Werke auch mal kritisch zu hinterfragen und frei durch die Ausstellungen gehen zu können, lassen diese Exkursion sehr positiv in Erinnerung und wirken sich nachhaltig auf meine zukünftige Betrachtungsweise von Kunst aus.






























